Hauptstraße 49 | 22962 Siek | Sprechstunden | Telefon: (0 41 07) 88 93 -0 | Telefax (0 41 07) 88 93 -88 | E-Mail

September - 2010
So Mo Di Mi Do Fr Sa
 
01
02 03 04
05
06
07 08
09
10 11
12
13
14
15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30  
Donnerstag, 09. September 2010
Fahrbücherei Stormarn

 
Höltigbaum

Höltigbaum - Ein starkes Stück Stormarn abgeliefert:

Seit nunmehr gut 10 Jahren steht der ehemalige Standortübungsplatz unter Naturschutz.
„Als wir am 5. Okt. 1998 den Kaufvertrag mit dem Bund abgeschlossen haben, bestand bei dem einen oder anderen durchaus Skepsis, ob wir das hoch gesteckte Ziel – in der Präambel zum Grundstückskaufvertrag nachlesbar – erreichen würden“, so Amtsvorsteher Ortwin Jahn-ke und Ltd. Verwaltungsbeamter Uwe Schwab übereinstimmend.

Vertragspartner waren das Amt Siek einerseits, der Kreis Stormarn sowie die Stadt Ahrens-burg andererseits. Vertragszweck stellte der Erhalt des Naturraumes des in Hamburg und Schleswig-Holstein „gelegenen ehemaligen Standortübungsplatzes Höltigbaum“ im Rahmen eines regionalen, grenzüberschreitenden Leitprojektes dar.

Die Skepsis war unbegründet, wie sich schnell herausstellte. Heute steht der „Höltigbaum“ als ein bedeutendes Beispiel einer funktionierenden Zusammenarbeit über die Amts- und Ge-meindegrenzen, ja Landesgrenzen hinweg.

Das Amt Siek hatte hierfür von Beginn an die Federführung übernommen und bei Gesamtkos-ten in Höhe von ca. 3 Mio. DM einen Zuschuss von rd. 2 Mio. DM aus Mitteln des Förde-rungsfonds Hamburg/Schleswig-Holstein für den Ankauf erhalten. Neben dem Amt und den amtsangehörigen Gemeinden haben die Stadt Ahrensburg und die Wirtschafts- und Aufbau-gesellschaft Stormarn mbH maßgeblich zur Refinanzierung des Flächenbedarfs beigetragen.

Besonders typisch und eindrucksvoll sind die ausgedehnten savannenartigen Grasfluren des Höltigbaums, die an eine Steppenlandschaft erinnern. Im Rahmen eines Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „halboffene Weidelandschaft Höltigbaum“ erfolgt seit 2000 zum Erhalt und zur Entwicklung der wertvollen Grasfluren mit ihren seltenen Tier- und Pflanzen-arten eine ganzjährige extensive Beweidung durch eine gemischte Herde aus Rindern und Schafen.

Zur Versorgung der Tiere wurde ein Landschaftspflegehof mit einer Unterbringungsmöglich-keit eines Gebietsbetreuers errichtet. Die Mitarbeiter/innen der Stiftung Naturschutz Schles-wig-Holstein bieten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit diverse Aktionen und Informatio-nen, inzwischen auch auf dem Gebiet der Umweltpädagogik an. Rufen Sie ganz einfach unter der Nr. 040-780 711 88 einmal an.

Das Leitprojekt „Naturschutzkonzeption Höltigbaum, Phase I“ lief im Herbst 2004 aus und wurde in Form des Modellprojektes „Naturschutzkonzeption Höltigbaum, Phase II“ fortge-setzt. Entstanden sind ein Ausstellungsgebäude, die Erstellung und Umsetzung eines Konzep-tes zur Öffentlichkeitsarbeit, Maßnahmen zur Besucherlenkung und –betreuung und Auswei-tung der „halboffenen Weidelandschaft“.

Frau Jutta Sandkühler von der Stiftung Naturschutz gelang es, über eine Förderung von Bingo - Die Umweltlotterie zwei Umweltreferenten zu beschäftigen, die ein Umweltbildungspro-gramm für Kinder und Jugendliche mit altersgerechten, gebietsspezifischen und erlebnisorien-tierten Angeboten entwickelten. Zurzeit wird an einer finanziellen Grundlage für die Weiter-führung gearbeitet.

Viele Besucher haben hier inzwischen unvergessliche Stunden in reizvoller Natur verbracht oder auf den Veranstaltungen der betreuenden Verbände – stellvertretend für alle weiteren sei hier der Verein Jordsand genannt – und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein immer wieder spannende Naturschätze kennen gelernt.

Für die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Regeln im Naturschutzgebiet – auch die gibt es – sorgen die Ehrenamtlichen der Naturschutzverbände und des Naturschutzdienstes. Daneben kommt auch die Hege und Pflege des ansässigen Wildbestandes nicht zu kurz. Hierfür konnte das Amt den Jagdpächter Manfred Wiedstruck aus dem benachbarten Ahrensfelde gewinnen.

Zusammen mit den Naturschutzgebieten „Stellmoorer Tunneltal“ und „Ahrensburger Tunneltal“ bildet der „Höltigbaum“ ein rd. 1.000 ha großes Schutzgebiets-System, das mit nahezu gleichen Anteilen im Hamburger Stadtgebiet und in Schleswig-Holstein liegt. Wegen eines bedeutenden Kamm-Molch-Vorkommens gehört es zum europäischen ökologischen Netz „Natura 2000“.

Um die vielseitige Landschaft des Höltigbaums zu erleben, stehen Ihnen viele Wanderwege zur Verfügung, von denen sich reizvolle Blicke auf das Gelände bieten. Auch eine der beiden großen Weideflächen kann durchwandert werden.
Fürwahr ein Schatz von in jeglicher Beziehung hohem Wert über Generationen hinweg.

Weitere Informationen unter www.hoeltigbaum.de